Kalkaneodynie  

Gute Nachrichten für alle Schmerzpatienten

Als Kalkaneodynie werden Schmerzen am Fer senbein bzw. im Fersenbereich bezeichnet.

Mögliche Ursachen für eine Kalkaneodynie:

Fersensporn, Haglund Ferse (Haglund-Exostose)
Morbus Haglund (Haglund Syndrom)
Morbus Bechterew
Coalitio calcaneonaviculare, Coalitio talonaviculare
Calcaneus bifidus
Fersenbeinfraktur
(= Fersenbruch)
Periostitis calcanei (= Knochenhautentzündung am Fersenbein).
Achillobursitis (= Schleimbeutel en tzündung zwischen Fer senbein und Achilles sehne)
Spondylosis hyperostotica (= durch Stoffwechselstörungen auftretende
Knochen neubildungen an der Wirbelsäule).

Die häufigsten Ursachen

Kalkaneodynie bei Fersensporn
Als hinterer Fersenspor n wird ein dornartiger
Knochen auswuchs (Exos tose) am bzw. vor dem Achillessehne nansatz bezeichnet. Beim unteren Fersenspor n (auch plantarer Fersensporn (= die Fußsohle betreffender) genannt) befindet sich die Exos tose an der Unterseite des Tuber calcanei (= Fersenbein höcker)
Dann gibt es noch den
"Aponeurosensporn" (= Sporn an einer Sehnen platte) am Ursprung der kleinen Fuß muskeln und weiter vorne den "Ligamentsporn" (= Sporn an einem Gewebsband) als Überlastungsschaden infolge Senkung des Fußgewölbes, auch diese Sporne können eine Kalkaneodynie verursachen.

Bei der Hag lund Fer se, auch als Hag lund-Exostose oder Hohe Ferse bezeichnet, liegt ein oberer Fersenspor n vor, positioniert an der achillessehnenwärts gerichteten Fläche des hinteren Fortsatzes eines steilgestellten Fersenbeines infolge chronischer Druckreizung (vor allem durch das Schuhwerk), einhergehend mit entzündlichen Weichteilveränderungen (Schwielen, Bursitis (= Schleimbeutelen tzündung), Insertionstendopathie (= entzündeter Sehnenansatz)) und einer Kalkaneodynie im mehr hinteren Fersenbereich unter Einbezug der Ach illessehne, die sog. Achillod ynie.

Die Hag lund Fer se wird manchmal mit dem Morbus Hag lund (Hag lund Synd rom) verwechselt. Beim Morbus Hag lund handelt es sich um eine Apophysitis calcanei (=  En tzündung des als Sehnenansatz dienenden Knochenauswuchses am Fers enbein). Diese Schmerzerkrankung tritt im Wachstumsalter auf, mit Schmerzen im Fersenbereich, hpts. am Fersenbei nhöcker und statischen Beschwerden einhergehend.

Eine Kalkaneodynie ist häufig ein Frühsymptom (= frühes Krankheitszeichen) des Morbus Bechterew (Bechterew Krankheit). 
Die Bech terew Kran kheit, auch als Bechterew Syndrom oder Spondylitis ankylopoetica bezeichnet, tritt hauptsächlich bei Männern im jugendlichen und mittleren Alter auf. Die Krankheit ist gekennzeichnet durch eine schleichende, ankylosierende
(= versteifende) Kyphosebildung (= Krümmung der Wirbelsäule), die zu der typischen, vornüber gebeugten Haltung führt. Betroffen ist ausschließlich die Wir belsäule unter Beteiligung der Iliosakralgelenk e (= Pseudogelenk zwischen Kreuzbein und Darm bein schaufeln). Bei Mitbeteiligung auch der großen Gliedmaßengelenke spricht man von der Bech terew-Marie-St rümpell Kran kheit.

Bei der Coalitio calcaneonaviculare liegt eine angeborene Verschmelzung des Kahnbeins (Os naviculare) mit dem vorderen Fortsatz des Fersenbeins vor.
Bei der Coalitio talonaviculare betrifft die Verschmelzung den vorderen Fortsatz des Fersenbeins und das Sprungbein (Talus). 
Beide Synostosen (= knöcherne Verwachsung benachbarter Knochen) gehen häufig mit Schmerzen im Fersenbereich einher.

Selten kann ein Ca lcaneus bi fidus zu einer Kalkaneodynie führen. Dabei besteht infolge ausgebliebener Verschmelzung (Fusion) seiner beiden Ossifikationskerne (= Knochenbildungskerne) ein zweigeteiltes Fersenbein.

Auch Verletzungen (z.B. Fersenbeinfraktur (= Fersenbruch)) führen zu Schmerzen im Fersenbereich.

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Therapie bei Kalkaneodynie:

Bei manchen Patienten hilft eine einfache Wärmebehandlung, z.B. mit der Infrarotlampe. Auch kann man eventuelle Druckstellen im Schuh mit einer entsprechenden Einlage hohllegen.
Neuerdings wird bei Fersensporne auch die sog. extrakorporale Stoßwellenbehandlung  propagiert. Bei dieser Methode werden hochenergetische Druckimpulse unter Wasser eingesetzt. Bewährt hat sich die Methode bisher zur Zertrümmerung von
Nieren - und Gallensteine.
Eine Behandlung mit Röntgenstrahlen kann auch bei Kalkaneodynie hilfreich sein, gleiches gilt für die
Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie).
Manchmal ist eine deutliche Besserung durch die Iontophorese (= Einbringen eines Arzneimittels durch die Haut mittels elektrischem Strom) (z.B. mit Diclofenac) zu erzielen. 

Patienten mit Schmerzen im Fersenbereich kommen meist dann erst zum Schmerztherapeut en, wenn selbst ein chirurgischer Behandlungsversuch (z.B. Abtragung der Exostose (= Knochenauswuchs)) keine Schmerzlinderung brachte.
Mit der therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) kann eine Kalkaneodynie oft erfolgreich behandelt werden. Die Infiltration mit einem Lokalanästhetikum (auch mit Kortikoidzusatz) ist allerdings relativ schmerzhaft und eignet sich deshalb kaum zur serienmäßigen, wiederholten Anwendung.

Besser sind wiederholte Blockaden des N. ischiadicus, in hartnäckigen Fällen optimal kontinuierlich mit Katheter.

Bei der kontinuierlichen Blockade des Nervus ischiadicus wird ein dünner Kunststoffschlauch von der Oberschenkel rückseite her dicht an den Nerv eingeführt. Die Einpflanzung erfolgt nahezu schmerzfrei durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Nach längerer Therapiedauer (z.B. 2-3 Wochen) verbleibt in den meisten Fällen deutliche Schmerzlinderung, oft aber auch Schmerzfreiheit.
Dieser anhaltende Effekt über die Behandlungszeit hinaus ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche Behandlung auch das „Schmerzgedächtnis“ im Gehirn zu löschen.


 

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Aktualisiert: >14.10..2008</> kusb&
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